Die Gute Tat als Lebensquelle
Ich denke, jeder von uns kennt den Spruch der Pfadfinder: “Jeden Tag eine gute Tat”.
Vor ein paar Tagen habe ich einen Bericht über eine Studie gelesen, die belegt, dass nicht Geld zu besitzen glücklich macht, sondern die meisten Menschen Glück verspüren, wenn sie etwas verschenken können. Dem kann ich mich nur anschließen. Ich kenne kein schöneres Gefühl als das, jemandem eine Freude zu machen. Es fühlt sich einfach gut an.
Gerade habe ich ein interessantes Interview über die Gute Tat auf dem Finaznblog24 gelesen:
Roger Crams Organisation “SSSSH” macht andere Menschen glücklich.
Die Mitglieder mähen fremde Rasen oder zahlen Unbekannten Kinokarten - aber alles völlig anonym…….
Über 40.000 Mitglieder weltweit hat diese Organisation bereits. Es geht hier nicht primär darum Not zu lindern, sondern einfach darum, jemandem anonym eine Freude zu bereiten. Und genau das finde ich so bemerkenswert, gerade in der heutigen Zeit.
Es erinnert mich an meine Schulzeit. Einen Teil davon habe ich in einem Internat verbracht und über die gesamte Adventszeit wurde gewichtelt. Durch ein Los erhielt man sein “Wichtelkind” und nun galt es diesem jeden Tag eine kleine Freude zu bereiten. Da schlich man sich mal schnell während des Frühstücks weg und machte das Bett seines Wichtelkinds und hinterließ einen Gruß mit einem Bonbon. Oder man putzte die Schuhe seines Wichtelkindes. Immer wieder sah man im Treppenhaus am Geländer kleine Päckchen hängen mit einem Zettel: Für …. dein Wichtel. Lauter kleine Dinge, die kein großes Geld kosteten aber Engagement erforderten.
Und für 4 Wochen war es ebenfalls anonym. Gut, am Tag vor den Weihnachtsferien wurde “Entwichtelt” aber die große Freude machte eigentlich die anonyme Zeit. Sich jeden Tag eine kleine Freude zu überlegen, dann aus der Ferne zu beobachten wie diese “Tat” Freude bereitete … ein unbeschreiblich gutes Gefühl und deswegen für mich eine Lebensquelle.
Dabei erfährt man förmlich den Sinn von Erich Kästners Zitat: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Vielleicht sollte man in seiner Stadt einen Wichtelverein gründen? Einen, der das ganze Jahr aktiv ist. Während man sich Gedanken macht, wie man jemandem eine Freude bereiten kann und diesen Gedanken dann in die Tat umsetzt, bleibt kein Raum für Depressionen, Stumpfsinn oder andere weit verbreitete Volkskrankheiten unserer oft oberflächlich gewordenen Gesellschaft. Es könnte eine Art “Lebensfreude-Virus” frei setzen und wäre sicher eine Bereicherung quer durch alle Bevölkerungsschichten - ein echter Lebensquell.
Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich würde mich über Beispiele freuen.
Man sollte nicht auf Selbstver-wirklichung hoffen,
sondern Hoffnung selbst verwirklichen. -
Prof. Dr. med. Gerhard Uhlenbruck, (*1929)





